Google I/O 2017 Detail

Google I/O

Nachdem bereits Facebook Anfang April auf der Opens external link in new windowF8  seine Visionen für die Zukunft vorstellte, zieht Google nun nach. Auf der Entwicklerkonferenz Google I/O  präsentierte das Unternehmen die spannendsten Entwicklungen rund um die Google-Produktwelt. Wie bereits im letzten Jahr waren künstliche Intelligenz (KI oder auch AI) und maschinelles Lernen die zentralen Themen. 

Von Mobile First zu AI First

Laut  CEO Sundar Pichai geht der aktuelle Trend weg von einer „mobile first world“ hin zu einer „AI first world“. Künstliche Intelligenz wurde daher bereits in allen Produkten des Unternehmens integriert. 

Die Google Suche ist dank maschinellem Lernen bereits sehr gut darin, die Intention eines Nutzers hinter einem eingegebenen Suchbegriff zu erkennen und dem Nutzer zu seinem Bedürfnis passende Suchergebnisse zu liefern. 

Google möchte aber auch seine Sprach- und Bilderkennung weiter verbessern. Hier spielen vor allem der Google Assistant und Google Lens eine wichtige Rolle.

Google Assistant

Der Google Assistant wurde bereits im letzten Jahr auf der Google I/O vorgestellt. Es ist ein persönlicher digitaler Assistent, der eingegebene aber auch gesprochene Sprache empfangen und verarbeiten kann. Er soll die Nutzer kennenlernen und sie im Alltag unterstützen. Da er auf den Kontext bereits gestellter Fragen zurückgreift, kann der Assistant auch komplexe weiterführende Fragen beantworten. 

Unter anderem ist der Google Assistant nun in der Lage, die Stimmen von bis zu sechs Personen zu erkennen und zu unterscheiden. Je nachdem wer mit dem Assistant spricht, kann er unterschiedliche Antworten liefern. Wenn beispielsweise ein Kind dem Assistant sagt „Spiel meine Lieblingsplaylist“, wird der Assistant eine andere Playlist abspielen, als wenn der Vater des Kindes dem Assistant dieselbe Anweisung gibt. 

Zudem können die Fragen und Anweisungen, die dem Assistant gegeben werden, nun nicht mehr nur ausschließlich per Spracheingabe erfolgen, sondern auch über die Tastatur des Smartphones eingegeben werden. So soll den Nutzern vor allem in der Öffentlichkeit eine gewisse Privatsphäre bei „Gesprächen“ mit dem Assistant ermöglicht werden. 

Google geht allerdings noch einen Schritt weiter und möchte den Assistant in allen Lebensbereichen platzieren. Mit Google Assistant SDK sollen Gerätehersteller in naher Zukunft in der Lage sein, den Assistant in ihren Geräten zu integrieren. Man könnte also schon bald morgens von seiner Kaffeemaschine mit den Worten „Möchtest du heute Morgen Kaffee oder Cappuccino“ begrüßt werden. 

Google Fotos 

Auch für Google Fotos wurden einige neue, leistungsstarke Funktionen vorgestellt.

Suggested Sharing

Viele kennen das Problem -  man ist mit Freunden unterwegs und nimmt ein Gruppenbild auf. Aber man ahnt schon, dass man dieses Foto wahrscheinblich nie wieder zu sehen bekommen wird. Denn der Besitzer des Smartphones, mit dem das Bild aufgenommen wurde, vergisst häufig, das Bild mit den übrigen Personen zu teilen. Mit „Suggested Sharing“ besteht dieses Problem nicht mehr. Google Fotos sendet dem Besitzer des Smartphones eine Erinnerung, die Bilder mit den Freunden zu teilen.

Dank der integrierten KI ist Google Fotos zudem in der Lage, die Personen auf dem Foto zu erkennen und schlägt automatisch vor, mit welchen Personen das Foto geteilt werden sollte. Die Auswahl der Fotos und Personen kann von dem Teilen auch manuell angepasst werden. Selbst wenn die Freunde, mit denen man die Fotos teilen möchte, keinen Google Fotos Account haben, müssen sie dennoch nicht auf die Fotos verzichten. Wer keinen Google Fotos Account hat, erhält die Fotos per SMS oder E-Mail. 

Shared Libraries

Neben Suggested Sharing  ist „Shared Libraries“ eine weitere neue Funktion. Mit dieser Funktion ist es möglich, automatisch alle Fotos, die ein bestimmtes Element enthalten, mit einer anderen Person zu teilen. Möchte man zum Beispiel alle Fotos der gemeinsamen Kinder mit dem Partner teilen, erkennt die in Google Fotos integrierte KI diese Bilder und teilt sie automatisch mit dem Partner. Die geteilten Fotos sind sofort im Google Fotos Account des Partners verfügbar. 

Google Lens

Google Lens ist in der Lage, die Welt mithilfe der Smartphone-Kamera zu analysieren und zeigt die relevanten Informationen auf dem Screen an. Richtet man die Kamera zum Beispiel auf eine Blume, analysiert Google Lens, um welche Blumenart es sich handeln könnte und zeigt die wichtigen Informationen zu dieser Blumenart auf dem Display an.

Google Lens kann zudem mit Google Fotos verknüpft werden. Google Lens erkennt dann beispielsweise Gebäude auf einem Foto und kann interessante Informationen zu diesem Gebäude einblenden. Mithilfe von Google Lens soll Google Fotos außerdem bald in der Lage sein, störende Elemente auf einem Foto (z.B. Zäune o.ä.) zu erkennen und automatisch zu entfernen.  

Durch eine Verknüpfung von Google Lens und dem Google Assistant ist es außerdem möglich, sich mit dem Assistant über das zu „unterhalten“, was man gerade sieht. Ist man zum Beispiel im Urlaub in Japan und möchte dort in einem Restaurant essen gehen, versteht aber die Speisekarte nicht, kann der Assistant in Verbindung mit Google Lens helfen. Google Lens erkennt die Schriftzeichen auf der Speisekarte und der Assistant liefert die deutsche Übersetzung der Schriftzeichen. 

Google for Jobs

Aber nicht nur im privaten Alltag möchte Google seine Nutzer unterstützen. Mit Google for Jobs arbeitet Google aktuell in Kooperation mit Firmen wie LinkedIn und CareerBuilder an einer Jobsuchmaschine. Befindet man sich beispielsweise in Berlin und gibt in der Google Suche „Jobs Anlagenmechaniker“ ein, erhält man passende Jobangebote in der Region. Die Suche kann durch verschiedenen Filter (z.B. Einstelldatum o.ä.) weiter verfeinert werden. 

Fazit 

Auf der diesjährigen Google I/O wurde deutlich, wohin der Trend bei Google in den nächsten Jahren gehen wird. Weg von einer „mobile first“, hin zu einer Welt, in der künstliche Intelligenz im Zentrum steht. Bereits heute überarbeitet Google seine Produkte, damit sie auch in einer Welt mit Fokus auf künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen genauso problemlos funktionieren wie bisher. Google ist bestrebt, diese Technologie weiter zu verbreiten, damit in naher Zukunft alle Nutzer von ihren Vorteilen profitieren können. 

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BloggerNicola Rösch

Nicola ist Teil des Teams "Digitales Marketing und Strategie" bei der avenit AG und unterstützt Unternehmen bei der Umsetzung digitaler Kommunikations- und Marketing-Strategien. Sie hat an der Hochschule Pforzheim Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Marketing studiert und dort ihren Bachelor of Science absolviert. Seit 2016 verstärkt sie die avenit AG in den Bereichen Suchmaschinen- und Content-Marketing.

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