detail facebook@work

Facebook @ Work

Das neue Tool zur Mitarbeiterkommunikation

Die interne Kommunikation im Unternehmen erfolgt derzeit meist über Intranet oder E-Mail-Newsletter. Das firmeneigene Intranet wird allerdings nur circa 2 Stunden pro Woche genutzt und Mitarbeiter der Produktion bzw. Außendienstmitarbeiter haben oft keinen Zugriff darauf. Viele Angestellte fühlen sich durch die E-Mail-Flut überfordert und es fällt zunehmend schwerer, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, wie eine Studie der Opens external link in new windowSchool for Communication and Management (SCM) beweist. Auch die Web 2.0-Angebote, wie zum Beispiel interne Blogs, werden nur von circa 5 Prozent der Belegschaft genutzt.

Viele Unternehmen verwenden bereits soziale Netzwerke, um neue Kunden zu generieren oder ein gutes Arbeitgeberimage zu erzeugen. Man könnte diese bestehenden Netzwerke also möglicherweise auch nutzen, um die Mitarbeiterkommunikation zu stärken, da eine Studie von Opens external link in new windowBitkom zeigt, dass 78 Prozent der Deutschen mindestens ein soziales Netzwerk nutzen und sich folglich bereits damit auskennen. In Zukunft sollen Unternehmen die Möglichkeit haben, mit Hilfe von bereits etablierten sozialen Plattformen, die interne Kommunikation und die Zusammenarbeit zu verbessern. 

Schon länger gab es Gerüchte, dass Facebook an einem neuen Angebot speziell für Firmenkunden arbeitet. Gerätselt wurde, was es damit genau auf sich hat. Aktuell testen ausgewählte Unternehmen das neue Netzwerk „Facebook @ Work“ mit Funktionen wie Chats oder Events. 

Benutzeroberfläche Chats bei Facebook @ WorkBenutzeroberfläche Events bei Facebook @ Work

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abbildung 1: Chats und Events bei Facebook @ Work

 

Mit Facebook @ Work kann man, neben einem persönlichen Facebook-Konto, ein separates Arbeitskonto einrichten. Dieses Konto dient ausschließlich der Interaktion mit Kollegen. Inhalte, die man über sein Arbeitskonto teilt, sind nur für andere Personen im Unternehmen sichtbar. Um ein Arbeitskonto einrichten zu können, muss das dazugehörige Unternehmen Facebook @ Work nutzen.

 

Wie richte ich ein Arbeitskonto ein?

Durch den Aufruf [NameDesUnternehmens].facebook.com gelangt man direkt zum Unternehmens-Konto und kann sich dort ein eigenes Arbeitskonto einrichten. Anschließend meldet man sich, wie von Facebook bereits gewohnt, mit seinem Benutzernamen und seinem Passwort an. Es ist auch möglich, das persönliche Facebook-Profil mit dem Arbeitskonto zu verbinden, um den gleichen Benutzernamen und das gleiche Passwort verwenden zu können. Diese Daten werden nicht an den Arbeitgeber weitergegeben. Hat man sich erst einmal ein Konto eingerichtet, ist auch der mobile Zugriff über Apps möglich.

 

Wer kann meine Beiträge sehen?

Teilt man einen Inhalt in einem Arbeitskonto, kann man wählen, ob alle Personen des Unternehmens diesen sehen sollen oder nur man selbst. Wählt man die Option „Nur ich“ aus, ist der Beitrag nur für sich selbst beziehungsweise für Personen sichtbar, die in dem Beitrag markiert wurden. Wenn man etwas mit allen Kollegen im jeweiligen Unternehmen teilt, können auch Alle mit einem Arbeitskonto diesen Beitrag sehen. Personen außerhalb des Unternehmens sehen diese Inhalte jedoch nicht.

Die Personen, die Facebook @ Work für das Unternehmen verwalten, können auf alle Inhalte zugreifen, die Mitarbeiter aus ihren Arbeitskonten teilen, ähnlich wie bei den jeweiligen Arbeits-E-Mails oder anderen Arbeitsdateien.

 

Ein soziales Netzwerk zur internen Kommunikation?

Facebook zufolge sollen Unternehmen die neue Plattform nutzen können, um Nachrichten an alle Mitarbeiter zu versenden. Zum Beispiel über „News Feed“, Gruppen, Nachrichten und Veranstaltungen können sich Mitarbeiter im geschlossenen Netzwerk austauschen oder Arbeitsgruppen eine Diskussionsplattform zu aktuellen Projekten bieten.

Die Benutzeroberfläche gleicht der des persönlichen Facebook-Kontos, was kostenpflichtige Schulungen und lange Einarbeitungen überflüssig machen.

Abbildung 2: Benutzeroberfläche Facebook @ Work

Facebook @ Work und Datenschutz

Unternehmensdaten werden dabei nicht in den Unternehmen selbst, sondern auf denselben Servern gespeichert, auf denen auch öffentliche Facebook-Daten liegen. Sicherheit soll gewährleistet werden, indem der Datenverkehr ausschließlich über verschlüsselte HTTPS-Verbindungen abgewickelt wird. Facebook bemüht sich darum, den Dienst vor der Markteinführung noch für den Unternehmenseinsatz zertifizieren zu lassen, um vor allem auch in großen Betrieben Fuß fassen zu können. Oft wird Facebook im Umgang mit den EU-Datenschutzrichtlinien kritisiert. Aufgrund der Speicherung der Unternehmensdaten auf den Facebook-Servern haben viele Unternehmen Angst, dass sensible Daten nach außen dringen könnten.

Die Ressourcen des US-Konzerns sind jedenfalls groß genug, um einige Testphasen zu durchlaufen und immer wieder Verbesserungen umzusetzen, bis das Konzept passt.

Viele potentielle Kunden haben dennoch Bedenken, da man zum Beispiel aufgrund des fehlenden Supports Facebook bei Fragen nicht direkt kontaktieren kann. Zudem machen sich viele Unternehmen Sorgen um die Mitarbeitereffizienz, weil man schwer unterscheiden könne, ob sich der Mitarbeiter nun aus geschäftlichen oder persönlichen Gründen in dem sozialen Netzwerk aufhält.

 

Fazit

Facebook @ Work ist vor allem der Versuch von Facebook, eine Marktlücke zu füllen und neue Branchenbereiche zu erschließen. Facebook verfügt weltweit über knapp 1,4 Milliarden Nutzer und da das Handling von Facebook @ Work der bekannten Version gleicht, ist mit einer hohen Akzeptanz und Nutzungsbereitschaft innerhalb dieser Nutzerschaft zu rechnen. Arbeitgeber könnten ihre Mitarbeiter bequem und schnell informieren, Diskussionsgruppen zu aktuellen Projekten eröffnen oder auf Veranstaltungen hinweisen. Mehr wird man erst beurteilen können, sobald Facebook @ Work für alle Unternehmen zugänglich ist. Wann das sein wird, hat der US-Konzern noch nicht bekannt gegeben.

Quellen

1. Spiegel Online (Januar 2015): Facebook at Work: Soziales Netzwerk für Firmen gestartet. Zugriff am 28.05.2015 unter Opens external link in new windowhttp://www.spiegel.de/netzwelt/web/facebook-at-work-soziales-netzwerk-fuer-firmen-a-1012946.html

2. T3N Digital Pioneers (2014): Facebook at Work: Das Social Network für das Büro ist gestartet. Zugriff am 29.05.2015 unter Opens external link in new windowhttp://t3n.de/news/facebook-at-work-2-579120/

3. Facebook Hilfebereich: Was ist Facebook at Work? Zugriff am 29.05.2015 unter Opens external link in new windowhttps://www.facebook.com/help/work

4. Spiegel Online (Januar 2015): Screenshots Benutzeroberfläche Facebook at Work. Zugriff am 28.05.2015 unter Opens external link in new windowhttp://www.spiegel.de/fotostrecke/facebook-at-work-so-sieht-der-dienst-aus-fotostrecke-122861-4.html

5. SCM Fokus IK: 5 Thesen zu Social Media in der internen Kommunikation Opens external link in new windowhttp://interne-kommunikation.net/index.php/5-thesen-zu-social-media-in-der-internen-kommunikation/

 

Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben, sind wir gerne für Sie da. Tel. : +49 781 919369-0 oder Opens window for sending emailinfo@avenit.de.

  • Share
  • LinksPermalink⁄⁄Trackback-Link
BloggerSandra Brose

Sandra hat Medien und Informationswesen (B.Sc.) und Medien und Kommunikation (M.Sc.) an der Hochschule Offenburg studiert und leitete den Bereich Online-Marketing bei der avenit AG bis Ende 2015.



27 Beiträge von Sandra Brose
paperclip
Kommentare0
Ich will auch einenKommentar schreiben
  • ( wird nicht veröffentlicht )

Blog

Archiv