domainuebergreifendes Google Analytics Tracking

Google Analytics – Domainübergreifendes Tracking

Online-Shops, Blogs, Microsites - viele Unternehmen veröffentlichen Inhalte auf unterschiedlichen Domains oder Subdomains.  Doch wie bewegen sich die Webseitenbenutzer durch die Seiten? Domainübergreifendes Tracking macht es möglich, das Benutzerverhalten über mehrere Domains hinweg zu erfassen und sichtbar zu machen.

Domainübergreifendes Tracking – was ist das und warum?

Google Analytics erfasst Besucherdaten mit Hilfe eines sogenannten First Party Cookies*. Dieser kann allerdings nur auf der Domain verwendet und gelesen werden, auf welcher er eingebunden ist. Das bedeutet, dass bei einem Domainwechsel die Besucherdaten zurückgesetzt werden.  Der Besucher wird also nicht als ein, sondern als zwei Unique User gezählt. 

Bei einem Domainwechsel werden deswegen folgende Messwerte verfälscht bzw. können nicht erfasst werden: 

  • Der Navigationspfad zwischen unterschiedlichen Domains
  • Anzahl der eindeutigen Nutzer
  • Eindeutige Sitzungen 
  • Die Gesamtbesuchszeit auf unterschiedlichen Domains 

Mit Hilfe des domainübergreifenden Trackings ist es möglich, diese Messwerte zu erfassen. So werden Zusammenhänge zwischen Ihren Domains sichtbar, Sie erhalten die eindeutigen Nutzer über alle Domains hinweg und können auswerten, wie oft und wie lange sich einzelne Besucher auf Ihren Domains aufhalten. 

Häufige Anwendungszwecke für Domainübergreifendes Tracking

Domainübergreifendes Tracking kann in unterschiedlichen Fällen sinnvoll sein. Folgende Anwendungsfälle sind die gängigsten:

1. Mehrere Domains

Sie können domainübergreifendes Tracking einrichten, wenn Sie mehrere Domains haben, die aufeinander verlinken z.B. www.domain.de und www.domain.com oder www.domain1.com. So werden die Daten aus den unterschiedlichen Domains an die gleiche Property in Ihrem Google Analytics Konto gesendet. 

 

2. Subdomain

Ebenfalls können Sie mit Hilfe des domainübergreifenden Trackings die Daten aus ihrer primären Domain z.B. www.domain.de und einer Subdomain z.B. www.blog. domain.de an die gleiche Property in Ihrem Google Analytics Konto senden.

 

3. Warenkorb von Drittanbietern

Verwenden Sie für Ihre Webseite einen Warenkorb eines Drittanbieters, muss Ihr Kunde für den Online-Kauf Ihre Domain wahrscheinlich verlassen. Mit dem domainübergreifenden Tracking können Sie auch den Wechsel zum Drittanbieter-Einkaufswagen tracken und so den Benutzerfluss verfolgen.

 

4. Iframe-Content 

Wenn Inhalte über einen iFrame oder eine ähnliche Technologie auf einer anderen Domain angezeigt werden, können diese Daten mit domainübergreifendem Tracking erfasst werden. 

Domainübergreifendes Tracking einrichten – so geht’s:

Schritt 1: Tracking-Code anpassen

Um Domainübergreifendes Tracking einzurichten, sind Anpassungen an Ihrem Google Analytics Trackingcode notwendig. In Abbildung 1 sehen Sie die Stellen, an denen Sie den Trackingcode bearbeiten müssen.

 domainuebergreifendes Google Analytics Tracking

 Abbildung 1: Anpassungen Google Analytics Trackingcode

 

1. An dieser Stelle sollten Sie ´auto´ einfügen. So zieht sich Google Analytics immer automatisch die aktuelle Browserdomain. Selbstverständlich können Sie hier auch die Domain eintragen, auf welcher Sie den Trackingcode einbinden. Allerdings ist die Variante, hier die Domain manuell anzupassen aufwendiger und anfälliger für Fehler. Daher empfehlen wir den Befehl ´auto´ einzufügen.

2. Damit Google Analytics die aufgerufene URL und die darin enthaltenen Links überwacht, muss das Plugin „allow Linker“ eingebunden werden. Fügen Sie an dieser Stelle einfach den Befehl  {'allowLinker': true} ein, um das Plugin zu aktivieren.

3. Um die notwendigen Daten zur Identifikation des Benutzers bei einem Domainwechsel zu übertragen, müssen alle Links oder Aktionen, die die Domain wechseln, dynamisch manipuliert werden. In diesem Fall wird ein Parameter _ga an den Link angehängt, welcher von Google Analytics als Übermittlung einer Client ID interpretiert wird. Dies darf erst kurz vor dem Wechsel der Domain erfolgen, da innerhalb der Client ID ein Zeitstempel übermittelt wird und die Client ID nur zwei Minuten gültig ist.  

Um den Parameter _ga zu übergeben, können manuell Einstellungen vorgenommen werden. Jedoch bietet Google über ein Plugin „linker“ eine gewisse Automatisierung. Dieses Plugin sucht nach allen Links und/oder Formularzielen, die die eingetragenen Domains beinhalten und hängt dort kurz vor Klick/Abschicken den korrekten _ga-Parameter an. Fügen sie dazu im Code folgende Codezeilen ein, um das Setzen des Parameters _ga zu automatisieren:

     ga('require', 'linker');
     ga('linker:autoLink', ['domain.de'‚'domain1.de'] );

 
Ersetzen Sie ['domain.de‚'domain1.de'] mit allen Domains, die miteinander verlinkt sind. Die einzelnen Domains werden dabei mit einem Komma getrennt.
Mit Hilfe dieser Anpassung wird beim Domainwechsel keine eigene Benutzersitzung erzeugt, sondern anhand der übermittelten Client ID der Besucher der vorherigen Domain wiederhergestellt.
Hinweis: Hier sollte final nochmals sichergestellt werden, dass der Parameter bei jeder Verlinkung korrekt angehängt wird.

 

Schritt 2: Tracking-Code einbinden

Haben Sie den Trackingcode wie oben beschrieben angepasst, sollte dieser identisch auf allen Domains eingebunden werden. So werden alle getrackten Daten in der gleichen Property in Ihrem Google Analytics Konto gesammelt.  Die Unterscheidung der Webseitenbetrachtung muss dann über gefilterte Datenansichten erfolgen. 

Hinweis: Entscheiden Sie sich anstelle von ´auto´ die aktuelle Domain einzutragen, müssen Sie den Trackingcode selbstverständlich auf jeder Domain nochmals anpassen und können den Trackingcode nicht eins zu eins übernehmen.

 

Schritt 3: Filter in Google Analytics erstellen

Um in Ihrer Property eine Datenansicht mit allen Zugriffen zu erhalten, müssen Sie einen benutzerdefinierten Filter setzen. Damit die Domain mit in die angezeigte URL aufgenommen wird, muss für die jeweilige Datensicht ein erweiterter Filter definiert werden.  (Standardmäßig wird nur der Teil der URL nach der Domain gezeigt, also z.B. „/en/produkte“)

Legen Sie in Ihrer Property folgenden Filter an:

Filtertyp: Benutzerdefinierter Filter > Erweitert

Feld A: Hostname A extrahieren : (.*)

Feld B: Anforderungs-URI Extrahieren : (.*)

Ausgabe in: Anforderungs-URI Konstruktor: $A1 $B1

 

domainuebergreifendes Google Analytics Tracking

 In Abbildung 2 sehen Sie, wie Sie den Filter in Ihrer Google Analytics Oberfläche erstellen.

 

Achtung - das muss beim domainübergreifenden Tracking beachtet werden!

1. Auf allen Ihren Domains muss der gleiche Trackingcode eingebunden sein.

2. Alle möglichen Domains müssen für den autoLinker konfiguriert werden. Wird hier eine Domain vergessen, wird bei Wechsel von und zu dieser Webseite die Besuchersession nicht weitergeführt.

3. Im gesamten Webseitenprojekt selbst darf der Parameter _ga nicht verwendet werden.

4. Die Stellen auf der Webseite, an denen ein Wechsel von einer Domain zur anderen möglich ist, müssen komplett erfasst und gegen den autoLinker geprüft werden, damit sichergestellt wird, dass der Parameter _ga übergeben wird. Dazu gehören z.B. Sprachwechsler der Webseite oder Links innerhalb des Contents.

5. Bei der Einrichtung einer neuen Domain muss der Google Analytics Trackingcode auf allen bestehenden Domains angepasst werden.

 

Domainübergreifendes Tracking – das bringt’s

  • Mit Hilfe von domainübergreifendem Tracking werden Navigationspfade zwischen Ihren Domains sichtbar. Sie können also ablesen, wie sich die Besucher durch die unterschiedlichen Domains bewegen.
  • Die Anzahl der eindeutigen Besucher wird genauer erfasst. Der gleiche Besucher, der auf Grund unterschiedlicher Domains zuvor z.B. als drei Besucher gezählt wurde, wird dank dem domainübergreifenden Tracking als gleicher Besucher erkannt und somit auch nur einmal gezählt. 
  • Achtung: Dadurch geht die Zahl der eindeutigen Besucher automatisch zurück.
  • Die Anzahl der Sitzungen wird genauer erfasst, da durch einen Domainwechsel keine eigene Sitzung eröffnet wird, sondern die Sitzung eines Besuchers über verschiedene Domains fortgeführt wird.
  • Sie haben nun die Möglichkeit, die Gesamtbesuchszeit von Besuchern über alle Domains auszulesen.

 

 

Fazit

Domainübergreifendes Tracking bietet viele Vorteile und Möglichkeiten bei der Auswertung von Besucherdaten über mehrere Domains hinweg. Es können Zusammenhänge zwischen den Domains erkannt und genauere Daten erfasst werden, die mit einer einfachen Einbindung von Google Analytics so nicht möglich sind. 
Die Implementierung des domainübergreifenden Tracking erfordert allerding deutlich mehr Arbeit als die einfache Einbindung von Google Analytics. Damit sind die Kosten gegenüber der regulären Einrichtung deutlich höher. Es sollte vor einer Implementierung also entschieden werden, ob der gewonnene Nutzen tatsächlich den Mehraufwand rechtfertigt.

 

*First Party Cookies: Google Analytics nutzt ausschließlich First-Party-Cookies. Diese werden von Browsern nicht domainübergreifend zugänglich gemacht. Google Analytics verwendet Cookies ausschließlich, um aussagekräftige Berichte über die Besucher einer Website zu bekommen.

 

 Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben, sind wir gerne für Sie da. Tel. : +49 781 919369-0 oder info@avenit.de 

 

 

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BloggerRamona Häs

Unsere Bloggerin Ramona studierte Medien- und Informationswesen (B.Sc.) an der Hochschule Offenburg. Ihren Schwerpunkt setzte sie dabei auf Marketing. Ramona arbeitete bis Februar 2016 als Projektleiterin bei der avenit AG.

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